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Das Hauptgewicht der Forschungen liegt auf den Gebieten der Medienphilosophie, Kunstphilosophie und Sprachphilosophie. Dabei geht es um die Auslotung von Bedingungen und Grenzen, von Ausgeschlossenem oder Heterogenen, von Überschüssigem oder Widerständigem. Entscheidend ist die Arbeit mit Paradoxien, die Entdeckung der Materialität als einem „Nichtaufgehenden“ oder Residuum, das sich hermeneutischen, semiotischen oder konstruktivistischen Kategorien nicht fügt. Sie wird zu einer inspirierenden Quelle im Nachdenken über ein „Vorgängiges“ oder „Zuvorkommendes“, das allererst „zu denken gibt“ und die theoretische Arbeit anleitet. Als solche geht sie modellhaft in Fragen nach der Medialität, der Eigenart künstlerischer Praxis und der Alterität im weitesten Sinne von „Andersheit“ als Bedingung sprachlicher Verständigung ein. Letztere weitet den Kreis des Fragens auf den Anderen und die Notwendigkeit des Antwortens als „Wendung der Bezugsrichtung“ aus. |
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Medienphilosophien behandeln im allgemeinen die Frage danach, was ein Medium ist, wie Medien auf Wahrnehmung, Wissen, Kommunikation oder Handeln einwirken, welchen Bedingungen Medialisierungprozesse genügen usw. Verweisen diese auf das Problem von „Konstitution“, steht im Zentrum des Forschungsinteresses die Frage nach den spezifischen Strukturen der Medien als Konstituens, vor allem den Strukturen des Bildlichen, der Sprache, des Mathematischen etc., wobei von den Grundmedien Bild, Schrift und Zahl ausgegangen wird. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Frage nach der Möglichkeit der Reflexion und Analyse medialer Strukturen. Vorgeschlagen wird eine „negative Medientheorie“, die davon ausgeht, dass Medien sich im Erscheinen verbergen und im Verbergen erscheinen – letzteres bezieht sich vor allem auf Frakturen und Friktionen, auf Störungen oder intermediale Interferenzen. In diesem Zusammenhang werden besonders die Strategien der Künste untersucht, durch Erzeugung konträrer Konfigurationen ihre eigene Medialität explizit mitzuthematisieren. Medientheorie verschwistert sich dann mit Kunsttheorie, und ein Fokus des Forschungsinteresses liegt genau in diesem Schnittfeld, diesem Zusammenspiel und der Interaktion zwischen Kunst und Medien. |
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Kunstphilosophien unterscheiden sich zumeist nach Produktions- und Rezeptionsästhetiken. Erstere untersuchen die Arbeitsweisen der Künstler, Produzenten selbst, letztere die Rezeptionsweisen der Betrachter oder – im Falle interaktiver Kunstereignisse – der „Partizipianten“. Im Unterschied zu einer klassischen „Werkästhetik“, wie sie die Kunsttheorie seit Hegel regierte, steht im Mittelpunkt der Forschungen die Entwicklung einer „Ereignisästhetik“, die dort ansetzt, wo performative Prozesse ausgelöst werden, wo es um die Singularität von Setzungen geht, wo temporäre Interventionen die entscheidende Rolle spielen oder etwas „unvorhersehbar“ einbricht und zur Erscheinung kommt. Eine Ereignisästhetik argumentiert insofern „zwischen“ Produktion und Rezeption. Dabei beruhen Ereigniskünste auf Strategien eines „Erscheinenlassens“, dem insoweit ein nichtintentionaler Charakter zukommt, als Produzenten und Rezipienten von ihnen gleichermaßen überrascht, berührt und attackiert werden. Ihr methodisches Format ist die Erzeugung von Zufällen und Unverfügbarem. In diesem Sinne verlangt die Begründung einer „Ereignisästhetik“ die Umstellung und Revision der traditionellen werkorientierten Kategorien des Ästhetischen, wobei es besonders gilt, Beschreibungsweisen für die zeitgenössische Kunst zu finden. |
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Sprachphilosophie steht im Zentrum der Philosophie des 20. Jahrhunderts. Alle Philosophie, sei es Semiologie, Hermeneutik, Performativitätstheorien, Intersubjektivitätstheorien oder Philosophien des Sozialen setzen bei der Sprache an, verstehen ihre Phänomene von der Sprache her, denken Sinn, Sozialität oder „In-der-Welt-sein“ als wesentlich sprachliche Prozesse. Sprache gilt daher als ausgezeichnetes Medium von Signifikation, Bedeutungsgebung und Verständigung. Insofern handelt es sich immer schon um einen Pluralismus, der die unterschiedlichsten Analyserichtungen zusammenführt: An der Frage der Sprache entzündet sich die Frage nach dem Medium und der Kunst; mit dem Begriff der Performanz ist das Verhältnis von Sprache und Praxis angesprochen; mit der Untersuchung der Kommunikation sind Probleme der Reziprozität, der Beziehung zwischen Sprecher und Hörer und dem Rätsel des Anderen verbunden. Statt aber lediglich nur nach den Bedingungen von Intentionalität, der Ordnung des Symbolischen, der genuinen Figuralität des sprachlichen Prozesses oder der Struktur des Dialogs zu fragen, zielen die Forschungsarbeiten auf den „Antwortcharakter“ der Sprache, dem Prozess des Responsiven als einer Umkehrung des Intentionalen und wesentlichen Bedingung der genuinen Sozialität allen Sprachlichen. Von vornherein kommen so zugleich die Frage nach der Alterität und der ethischen Dimension von Verständigungen in den Blick. |
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Daneben werden bildtheoretische Fragen, die „Logik des Zeigens“, Strukturen des Performativen, das Verhältnis zwischen Kunst und Wissenschaft, sowie die Geschichte der Semiotik und des französischen Strukturalismus und Poststrukturalismus behandelt. Wesentliche Anknüpfungspunkte bilden die Philosophien Martin Heideggers, Theodor W. Adornos, Ludwig Wittgensteins Jacques Derridas. Mit Rekurs auf Begriffe wie Erscheinen, Materialität, Präsenz, Performativität, Ereignishaftigkeit und Alterität wird allerdings versucht, ein Gegengewicht zur Dekonstruktion zu etablieren. |